Mehr als 20.000 Quadratmeter in Flammen! Schwerer Waldbrand im Rhein-Sieg-Kreis (2022)

Die Rekord-Hitze der vergangenen Tage ist erstmal vorbei - doch die Dürre bleibt. Es herrscht noch immer Waldbrandgefahr. Jetzt vermießen auch noch Blaualgen den Badespaß in Niedersachsen. Und auch am Rhein wird es knapp - der Wasserspiegel ist viel zu niedrig. Alle wichtigen Wetter-Meldungen hier im Ticker.

Nach Mega-Hitze am Wochenende kühlen Temperaturen zur Wochenmitte ab

Samstag, 13. August, 14.41 Uhr: Nach einem heißen Wochenende kühlt es sich in weiten Teilen Deutschlands etwas ab. Am Sonntag werde es überwiegend heiter und trocken, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag in Offenbach mit. Nur im zentralen Mittelgebirge und im Bayerwald besteht einleichtes Schauerrisiko. Die Temperaturen steigen auf maximal 28 bis 35 Grad. In der Nacht zu Montag verabschiedet sich das Sommerhoch „Oscar“ inRichtung Nordosteuropa. Es kommen zunehmend Wolken und Schauer auf,überwiegend bleibt es jedoch trocken. Die Temperaturen fallen auf 21 bis 15 Grad.

Ab Montag sind lautDWD deutschlandweit einzelne Schauern und Gewitter bei wechselhafter Bewölkung möglich. „Oftmals bleibt es aber auch trocken“, sagte der DWD-Meteorologe Marcel Schmid. Lediglich im Norden,imNordosten sowie am Alpenrand seien Gewitter mit teils Hagel und Sturmböen möglich. Die Höchstwerte liegen zwischen 26 und 31 Grad. In den westlichen Mittelgebirgen, am Alpenrand sowie an der Küste wird es etwas kühler.

Bis Dienstag setzen sich die hochsommerlichen Temperaturen fort. Zur Wochenmitte soll es deutlich abkühlen. „Dadurch steigen die Chancen, die Trockenheit allmählich etwas zu mindern und die Waldbrandgefahr zu reduzieren“, sagte Schmid.

Schwerer Waldband im Rhein-Sieg-Kreis

19.15 Uhr: Im Rhein-Sieg-Kreis ist ein schwerer Waldbrand ausgebrochen. Mehrere Feuerwehren kämpfen seit dem Nachmittag gegen die Flammen. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte dem „Express“, dass zwischen 20.000 und 25.000 Quadratmeter Fläche brennen. Der Waldbrand befindet sich im Bereich Windeck-Wilberhofen.

(Video) [FLAMMENINFERNO - SCHWARZE RAUCHWOLKE] Gartenhüttenbrand greift auf Wohnhaus über - Ibbenbüren

Bereits seit 15.20 Uhr warnt die Nina-App vor einem Waldbrand in der Region. Derzeit warnt die App Anwohner in den Orsteilen Rossell, Wilberhofen, Roth, Wilhelmshöhe, Hoppengarten und Gutmannseichen vor Rauchausbreitung. Anwohner sollen sich in geschlossene Räume begeben, Fenster und Türen schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten. Außerdem sollten sie das betroffene Gebiet großräumig meiden.

Niedriger Stand des Rheinpegels belastet Schifffahrt und Tiere

Freitag, 12. August 2022, 06.57 Uhr: Der seit Tagen ungewöhnlich niedrige Stand des Rheinpegels wird wegen der anhaltenden Trockenheit in den nächsten drei bis vier Tagen voraussichtlich noch um weitere zehn bis 15 Zentimeter zurückgehen. Erst ab Mitte der kommenden Woche sei eine leichte Entspannung zu erwarten, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Rhein mit.

Die Rekord-Niedrigstände vom Herbst 2018 werden an den großen NRW-Pegeln Köln, Düsseldorf und Duisburg damit wohl noch nicht erreicht. In Köln hatte der niedrigste Pegelstand vom Oktober 2018 bei 69 Zentimetern gelegen, am Donnerstagmittag waren es immerhin noch 88 Zentimeter. In Düsseldorf sank der Pegelstand am Donnerstagmittag zwar auf 49 Zentimeter - plus 1,50 Meter in der Fahrrinne - der Rekord-Niedrigstand 2018 hatte aber 23 Zentimeter betragen. In Duisburg-Ruhrort waren es am Donnerstagnachmittag 172 Zentimeter - im Herbst vor knapp vier Jahren 153 Zentimeter.

Aber auch ohne Negativrekorde bringt der niedrige Wasserstand erhebliche Probleme für die Schifffahrt. Die Rheinfähre Dormagen-Zons-Düsseldorf hat bereits wegen Niedrigwassers den Betrieb eingestellt, die Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt fährt mehrere Rheinstationen, darunter Bad Honnef südlich von Bonn vorübergehend nicht an.

Am Hafen Köln-Godorf kämen Güterschiffe mit Steinsalzfracht wegen des geringen Wasserstandes teils nur noch mit knapp einem Drittel der sonst üblichen Ladung an, berichtete der Sprecher der Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK), Christian Lorenz. Die HGK-Fähre zwischen Köln und Leverkusen fährt - „noch“, sagt Lorenz. Wenn der Pegelstand unter 80 Zentimeter falle, könne sich das aber ändern, oder es würden zunächst keine Lastwagen oder Traktoren mehr befördert.

Wenn Unternehmen ihre Ladung auf mehr Schiffe verteilen müssen, verteuert das natürlich den Transport, falls überhaupt ausreichend Schiffe oder Alternativen wie Züge oder Lastwagen vorhanden sind. Das gilt besonders für Massengüter wie die derzeit stark nachgefragte Kraftwerkskohle. „In diesem Winter werden wir bestimmt über 30 Millionen Tonnen importieren„, prognostiziert der Verband der Kohlenimporteure. „Das wird quietschen.“ Etwa zwei Drittel der Kohlenimporte nach Deutschland werden nach Angaben des Verbandes von den Häfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen über den Rhein transportiert.

Schwierig wird es auch für die Fische: Zwar liege die Wassertemperatur im Rhein bei Düsseldorf mit 23 und 24 Grad Celsius noch unterhalb der für Fische kritischen Schwelle von dauerhaft mehr als 26 Grad Celsius, erklärte ein Stadtsprecher. Dennoch verringere sich mit den höheren Temperaturen das Sauerstoffbindevermögen im Wasser. Zugleich zögen sich die Tiere mit dem absinkenden Wasserstand in die tiefere Fahrrinnen zurück, wo sie ständig dem Schiffsverkehr ausweichen müssten. Beides belaste die Fische und setze sie unter Stress.

Ganz neue Perspektiven eröffnen sich wegen des Niedrigwassers in Emmerich kurz vor der deutsch-niederländischen Grenze. Dort betrug der Pegelstand außerhalb der Fahrrinne am Donnerstagnachmittag nur noch 16 Zentimeter. Als Fahrrinne für die Schifffahrt wurden 1,80 Meter freigehalten. „Können Großgewachsene nun also durch den Fluss laufen“, fragte die “Rheinische Post“ (Donnerstag). „Lassen Sie es lieber“, raten alle Experten. Auch ein niedriger Fluss hat immer noch lebensgefährliche Strömungen.

Aktuelle Wetteraussichten für die kommenden Tage verprechen heiße Temperaturen in Deutschland

Donnerstag, 11. August 2022, 07.55 Uhr: Heute wird es meist trocken und sehr warm bis heiß. Am Anfang dernächsten Woche sind teils kräftige Gewitter zu erwarten. Am Freitag können ab dem Nachmittag ganz im Südosten isolierte Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen auftreten. Am Samstag sind über den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Die Trockenheit dauert an.

Am Sonntag wird die Wärmebelastung noch zunehmen. Am Montag und Dienstag gibt es dann vorübergehende eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für teils kräftige Gewitter.

Badeverbot: Blaualgen vermiesen den Badespaß in Niedersachsen

Mittwoch, 10. August 2022, 06.55 Uhr: Wegen des vermehrten Aufkommens von Blaualgen sollten Badegäste und Ausflügler an einigen Badestellen in Niedersachsen besonders aufmerksam sein. Aktuell gilt an fünf Orten im Land ein Badeverbot, wie das Landesgesundheitsamt in Hannover auf Anfrage mitteilte. Demnach ist an drei davon das Baden wegen Cyanobakterien, also Blaualgen, untersagt. Betroffen ist etwa der Gartower See im Wendland und der Juessee in Herzberg am Harz. Für viele weitere Badestellen, auch an Niedersachsens großen Binnenseen, dem Zwischenahner Meer, dem Steinhuder Meer und am Dümmer, gelten zudem Warnhinweise.

Blaualgen rufen Hautreizungen hervor. Beim Verschlucken können sie auch Schwindel und Erbrechen verursachen, die mehrere Tage anhalten können. Badegäste sollten auf die örtlichen Hinweise achten und die Sichttiefe prüfen, rät das Landesgesundheitsamt. „Als Faustregel gilt: Wenn die Sichttiefe durch grünliche Trübung so gering ist, dass im knietiefen Wasser die Füße nicht mehr zu sehen sind, dann sollte auf das Baden verzichtet werden“, sagte die Mikrobiologin des Landesgesundheitsamtes in Aurich, Katrin Luden.

Dass Blaualgen derzeit an vielen Badeseen vorkommen, ist laut dem Landesgesundheitsamt nicht ungewöhnlich. Das Vorkommen hänge vor allem von der Wassertemperatur, der Dauer der Sonneneinstrahlung und den vorhandenen Nährstoffen ab. „Bei anhaltendem warmen Wetter ist auch an weiteren Badestellen mit Massenvermehrung von Cyanobakterien zu rechnen, während das Geschehen an den aktuell betroffenen Stellen vielleicht schon wieder abnimmt“, teilte die Behörde auf Anfrage mit.

Südkorea: Mindestens sieben Tote bei Unwetter

Dienstag, 9. August 2022, 09:06: Unwetter mit Überschwemmungen haben in Südkorea mindestens sieben Menschenleben gefordert. Sechs Menschen galten Berichten südkoreanischer Sender zufolge bis zum Dienstagvormittag (Ortszeit) als vermisst. In der Millionenmetropole Seoul und angrenzenden Regionen im nördlichen Teil des Landes standen Häuser, Straßen, Felder und U-Bahnstationen unter Wasser. Zahlreiche Fahrbahnen und Stationen mussten vorübergehend gesperrt werden. Seit Montag wurde die Hauptstadtregion von heftigen Niederschlägen heimgesucht. Das Wetteramt kündigte weiteren starken Regen an.

Im südlichen Seouler Stadtbezirk Dongjak wurde die größte Niederschlagsmenge seit 80 Jahren gemessen, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Wetteramt berichtete. An einem Punkt seien dort mehr als 141 Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde gefallen.

In dem Stadtteil kam den Berichten zufolge ein Angestellter der Stadt beim Versuch ums Leben, einen umgestürzten Baum zu beseitigen. Er sei vermutlich an den Folgen eines Stromschlags gestorben. Im Bezirk Gwanak ertranken drei Menschen in ihrer Tiefparterre-Wohnung. Im selben Bezirk wurde eine Leiche aus einer ebenfalls überfluteten Wohnung geborgen. In der Provinz Gyeonggi wurde eine Leiche unter den Trümmern einer eingestürzten Bushaltestelle geborgen, eine weitere Person wurde von einem Erdrutsch erfasst und dabei getötet.

Präsident Yoon Suk Yeol wies die Behörden an, Menschen aus Gebieten in Sicherheit zu bringen, die am stärksten von den Wassermengen gefährdet seien.

Unwetterwarnung auch in Nordkorea

Auch Nordkorea gab am Dienstag eine Starkregenwarnung heraus. Die Warnung betrifft laut nordkoreanischen Rundfunkberichten die südlichen Landesteile. Berichte über Schäden in dem weithin abgeschotteten Land lagen nicht vor.

Mehr Informationen zur Wetter-Lage finden Sie auf den nächsten Seiten.

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Author: Cheryll Lueilwitz

Last Updated: 11/20/2022

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